Was kommt heute ins Glas?

Ausnahmsweise gibt es bei mir heute mal keinen Whisky ins Glas. Vor Kurzem fanden in Hamburg die Sugarcane Days statt, Hamburgs erstes Rumfestival. Dort haben mich die Tropfen von Rum Artesanal, einem unabhängigen Abfüller aus Deutschland, sehr überzeugt. Kurzerhand kam der Anbruch vom Australia Rum aus einer Secret Distillery mit nach Hause, den ich heute vorstellen möchte. Der Rum reifte zwölf Jahre und wurde mit 50,4% in Fassstärke abgefüllt. Was mir persönlich dabei besonders wichtig ist, ist die Tatsache, dass der Rum weder gefärbt noch gezuckert wurde. Dies ist bei den bekannten Abfüllungen, die man normalerweise im Regal findet, leider oftmals nicht selbstverständlich. Dabei wurde der Rum im Pot Still Verfahren gebrannt und das Fass hat letztlich 497 Flaschen hergegeben. Preislich bewegen wir uns bei rund EUR 40,- für einen halben Liter.

Wie nimmt die Nase den Australia Rum wahr?

Natürlich hat man hier typische Rumnoten wie Karamell, Vanille und etwas helle Schokolade in der Nase, dabei wirkt der Rum aber eben nicht so zuckrig süß wie viele andere Abfüllungen. Eine gute Portion Kokosnuss schwingt mit und wird hervorragend von einer angenehm-kräuterigen Würze begleitet.

Welche Aromen kann man schmecken?

Am Gaumen geht es direkt mit Kräutern und einer ausgeprägten Würze weiter, Karamell und Vanille sind nun nur noch im Hintergrund wahrnehmbar. Ein leicht pfeffriges Aroma kommt zum Vorschein, dabei ist aber auch eine angenehme Eichennote zu finden, die den Rum nicht überlagert, sondern die übrigen Aromen gut ergänzt. Helle Schokolade und kandierte Nüsse runden das Profil ab und lassen mich an Toblerone denken. Die Süße der Schweizer Schokolade fehlt hier allerdings.

Was bleibt vom Australia Rum?

Der Rum bleibt eine ganze Zeit am Gaumen, wobei zunächst Würze und Eiche gemischt mit etwas Pfeffer im Vordergrund stehen. Danach zeigen sich noch einmal die karamellisierten Nüsse, bevor ganz am Ende noch etwas herbe Schokolade aufblitzt.

Welches Fazit kann man ziehen?

Zwar bin ich eigentlich in der Welt des Whiskys zu Hause, aber an diesen Rum könnte ich mich auch gewöhnen. Erfreulich wenig Süße in Kombination mit Karamell, Vanille und Schokolade bestimmen zunächst das Profil. Dabei macht sich der fehlende Zuckerzusatz sehr positiv bemerkbar. Im Anschluss kommen außerdem Kräuter und etwas Eiche zum Vorschein, bevor der Genuss in einem langen Finish endet. Mir gefällt dieser Rum ausgesprochen gut.