Worum geht es?

Monika Pummer hatte anlässlich ihres 1. Gin- und Whiskyfestivals 2019, welches in ihrer Bar „Xaver“ in Peiting stattfand, mehrere Fassprojekte aufgelegt. Von diesen Fassprojekten konnte ich sechs Samples ergattern. Bei drei Samples (Xaverian VI, Xaverian VII und Xaverian VIII) war der Ausgangswhisky ein Peat’s Beast Cask Strength, für die anderen drei (Xaverian IX, Xaverian X und Xaverian XI) war es ein Macduff 8 Jahre – 2008/2017 von der C&S Dram Collection.

Der Ausgangswhisky – Macduff ohne Finish

Mit dem Macduff möchte ich beginnen. Die Daten zum Macduff 8 Jahre – 2008/2017 von der C&S Dram Collection lauten wie folgt:
Gebrannt am 21.04.2008, abgefüllt am 20.02.2017 mit 65,4% Vol. in 317 Flaschen, gereift im Hogshead. Er präsentiert sich mit fruchtig-süßen sowie floralen Noten, helle Früchte, etwas Malz und Honig, aber auch Vanille. Er ist weder gefärbt noch kühlgefiltert.

Die Finishes

Ein Teil des Whiskys wurde nun für drei Wochen in einem 2 Literfass gefinisht, in dem vorher Heidelbeerwein lag (Xaverian IX). In einem 3 Literfass wurde ein Teil des Whiskies 3 Wochen lang gefinisht, in dem zuvor Mavrodaphne-Wein lag (Xaverian X). Ein weiterer Teil wurde für 3 Wochen in ein 5 Literfass gelegt, in dem zuvor Tawny Port lag (Xaverian XI).

Xaverian IX

Zunächst der Xaverian IX. Er hat eine schöne Bernsteinfarbe und kommt mit 64% Vol. ins Glas. In der Nase habe ich kalten süßen Heidelbeerglühwein, wie beim letzten Schluck auf dem Weihnachtsmarkt. Eine säuerliche Weinnote gesellt sich dazu. Die 64% sorgen für etwas Frische. Ganz weit im Hintergrund ist etwas Blütenhonig zu finden. Mehr und mehr schiebt sich Holz in den Vordergrund und ich meine, etwas Holzpolitur wahrzunehmen. Im Mund sind dann die 64% zunächst im Mittelpunkt und es prickelt auf der Zunge. Der Mundraum ist vollkommen trocken. Sodann ist wieder die Süße der Heidelbeere präsent, diesmal in Form von Heidelbeermarmelade. Im Hintergrund schmecke ich etwas Kirsche raus, aber auch Kakao ist mit von der Partie. Der Nachklang ist mittellang, sehr süß und das Holz blitzt hier nochmal auf. Mit etwas Wasser wird er etwas milder, die Süße bleibt erhalten, neue Noten vermag ich aber nicht zu entdecken.
Fazit: Ich mag ja süße Whiskies, allerdings ist hier der Ausgangswhisky nur noch durch seine 64% präsent, ansonsten ist nur der Heidelbeerwein und das Fass wahrnehmbar. Das finde ich ein bisschen schade. Vielleicht wäre eine kürzere Verweildauer im Finishfass besser gewesen?

Xaverian X

Nun zum Xaverian X. Er wurde ja in einem Fass gefinisht, in dem vorher Mavrodaphne Süßwein eingefüllt war. Dies ist ein griechischer Rotwein, den man wohl als sehr lieblich bezeichnen kann. Pflaumenaromen, manchmal auch Vanilletöne und Tannine dominieren das Aromenportfolio. So präsentiert sich der Whisky auch in der Nase, wobei ich hier noch weitere süße dunkle Früchte ausmache, aber auch Rosinen. Der Alkohol ist trotz seiner 64% schön eingebunden. Im Mund setzt sich das süße Kompott dunkler Früchte fort, verfeinert mit Vanillezucker. Die Tannine verursachen ein stark adstringentes Mundgefühl. Ich würde es mit stumpf, pelzig und trocken beschreiben. Der Alkohol ist schön eingebunden. Der Nachklang ist langanhaltenden, mit einer ordentlichen Portion Pfeffer, aber auch wieder überreifen Pflaumen und etwas Schokolade.
Fazit: Das Finish würde ich als gelungen bezeichnen. Der Whisky gefällt mir, auch wenn ich auf das trockene Mundgefühl verzichten könnte. Lässt man ihn etwas stehen, kommt die Eiche mehr zum Vorschein und die Süße nimmt etwas ab. Auch die Schärfe im Nachklang ist dann nicht mehr ganz so dominant. Wasser benötigt der Whisky nicht.

Xaverian XI

Zum Schluss ist der Xaverian XI an der Reihe. Die Farbe ist krass und entspricht einem dunklen Bernsteinton. Beim Nosing entdecke ich Früchte, ja einen ganzen Früchtekorb. Dunkle Früchte wie Pflaumen und Datteln, tropische Früchte, aber auch Beerenfrüchte, wie etwa Erdbeeren. Blütenhonig und süßes Malz runden die Aromen ab. Gibt man ihm etwas Zeit, schiebt sich Ananas in den Vordergrund, ebenso die reifen Erdbeeren. Das Tasting ist geprägt von süßen Port-Aromen. Auch hier wieder die ausdrucksstarke Fruchtigkeit, wie schon beim Nosing. Nüsse kommen hinzu. Der Nachklang ist mittellang und fruchtig-süß. Der Mundraum wird leicht trocken.
Fazit: Hier bewahrheitet sich wieder, dass das Beste zum Schluss kommt. Dieser Whisky ist herrlich komplex und bei einer Blindverkostung hätte ich ihn bestimmt auf 12 Jahre oder mehr geschätzt. Ich bin einfach begeistert. Wasser ist auch hier meiner Meinung nach, nicht von Nöten, trotz seiner 63,5% Vol.

Ausblick

Teil 2 wird sich dann mit den drei verschiedenen Finishes des Peat’s Beast Cask Strength beschäftigen. Ich freue mich schon drauf.