Einleitende Worte

Im Glas habe ich einen Whisky aus einer Brennerei der Speyside, von der Speyburn Distillery. Dieser Whisky wurde abgefüllt für „The Refiners“, einer neuen Serie von Feingeist. Dahinter verbergen sich Pat Hock und Marco Müller, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht haben, Whiskies noch einem Finish zu unterziehen.

Fakten

Der Whisky reifte zunächst 8 Jahre im Bourbon Cask und anschließend für ein weiteres Jahr in einem Sauteres Cask, allerdings in Deutschland, bei Feingeist in Mömbris. Deshalb darf sich dieser Single Malt auch nicht Scotch nennen. Er ist nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Die Farbe entspricht einem satten rotgoldenen Ton. In die Flaschen gelangte er mit 55,4% Vol. Ich hatte das Vergnügen, ihn schon mal beim Pre-Opening von Feingeist probieren zu können. Er hat mich so überzeugt, das eine Flasche mit musste.

Aber wie ist der Whisky denn nun?

NOSING: In der Nase habe ich sofort viel Frucht und Süße, aber auch buttrige Vanille und hellen Honig. Die Fruchtnoten verorte ich eher bei den hellen Früchten, wie reife Birnen, reife süße Trauben und etwas Ananas sowie dezent Mango, vielleicht auch Mirabellen. Der Alkohol ist schön eingebunden und unterstützt die Aromen.
TASTING: Im Mund verhält es sich ähnlich, hier ist aber der Honig Ton angebend, in dem Fall würde ich Rapshonig annehmen. Auch hier dann wieder die hellen Früchte als Kompott, abgeschmeckt mit Vanillezucker, gefolgt von Orangen und etwas pfeffriger Schärfe. Diese stammt sicherlich vom hohen Alkoholgehalt, ist aber nicht zu extrem, sondern sorgt für einen schönen Kontrast zur Süße.
FINISH: Der Nachklang ist langanhaltend, süß und wärmend.

Fazit

Wer eher auf trockenere oder würzige Whiskies steht, ist hier nicht gut beraten. Wer hingegen, so wie ich, durchaus den süßen Whiskies zuspricht, dem kann ich diesen Tropfen wärmstens empfehlen. Der ein oder andere könnte ihn als überladen empfinden, mir aber gefällt er und ich bin froh, davon eine Flasche mein Eigen zu nennen.