Wie alles begann

Für meinen ersten Beitrag, erzähle ich Euch von der anfangs schwierigen Beziehung von mir und dem Smokehead Sherry Bomb. Vorsicht Spoiler, es gab ein Happy End.

Ich hab irgendwann angefangen rauchige Whiskys zu mögen und war gerade von stark rauchigen Malts von Islay fasziniert. Da lief mir natürlich auch der Standard Smokehead für 30 EUR über den Weg. Der hat mir auf Anhieb gefallen, zu dem Zeitpunkt hab ich noch selten die 50 EUR Marke für Whiskys überschritten. Auf einmal erschien die erste Werbung vom Smokehead Sherry Bomb und mir war klar, wenn der erscheint, muss ich den haben. Die Beschreibung einer Sherry und Rauchexplosion im Mund war einfach zu verlockend. Als dieser auf dem Markt kam kostete er noch 65 EUR, was zu dem Zeitpunkt noch sehr viel für mich war. War sogar mit Abstand der teuerste Whisky den ich mir bislang gegönnt hatte.

Hohe Erwartungen

 Die Erwartungen waren hoch. Als der Sherry Bomb bei mir ankam wurde die Pulle am selben Abend aufgerissen. Und was soll ich sagen, in der Nase kaum bis gar kein Sherry, auch nach langem Verriechen nicht. Er roch 1:1 wie der Standard für 30 EUR. Die Enttäuschung war groß, aber es bestand noch die Hoffnung der Geschmack bringt die versprochene Sherry Explosion mit sich. Aber auch da Fehlanzeige, wenn überhaupt eine minimale Fruchtigkeit, die eher an den Standard erinnerte und den Aufpreis niemals wert war.

Die zweite Chance

Das Erlebnis hätte ich auch für den halben Preis bekommen und war fast schon davon ab, teurere Whiskys als ganze Flasche zu kaufen. Aber jeder Malt sollte eine zweite Chance erhalten, wenn er trotzdem schmeckt.

Einige Wochen später, gab es einen zweiten Versuch. Und siehe da, auf einmal war sowohl in der Nase, als auch auf der Zunge eine spürbare Sherrynote zu vernehmen. Der Sauerstoff in der Flasche hat ganze Arbeit geleistet. Drei Wochen später gab es die dritte Verkostung und auf einmal gab es die versprochene Explosion von Sherry und Rauch im Mund, die sich tatsächlich im Mund entfaltet und einen Moment braucht, bis sie zur vollen Entfaltung kommt.

Ich war mit der Erfahrung nicht allein

Ich hatte dieses Phänomen auch in einer Whiskygruppe kommuniziert und schnell festgestellt, dass es Viele gab, denen  es ähnlich ergangen ist. Allen die anfangs enttäuscht vom ersten Dram waren, schilderte ich meine Erfahrungen und auch sie stellten mit Begeisterung fest, dass sich dieser Malt erst mit Luft in der Flasche so richtig entwickelt.

Fazit

Das Fazit ist, der Smokehead hat eine etwas längere Zündschnur, dafür ist die Explosion umso größer. Im meinen Regal ist er Dauergast. Zwischendurch war meine Info, es gibt nur ein Batch und wenn er auf ist, ist  er auf. Aber es kommen zum Glück immer neue Batches. Im Jahr 2019 wurde er sogar in meinem Neandertaler Blog zum Whisky des Jahres auserkoren.

Allgemeine Daten zum Smokehead Sherry Bomb

Unabhängiger Abfüller (ist nicht bekannt au welcher Brennerei er stammt),keine Altersangabe, 48%, Herkunft:Schottland/Islay, Fass: Sherry,kein Farbstoff, keine Kältefiltration, Preis: ca. 65 EUR

Tasting Notes

Aroma:

Starker Rauch, Salz (maritimes Aroma), leichte Süße, dunkle Frucht, Erdbeere.

Geschmack:

Starker Rauch und Sherrynoten die sich im Mund aufbauen (wie eine Explosion), leichte Süße, Salz, Erdbeere, dunkle Frucht, Kohle.

Nachklang:

Lang, rauchig, salzig und trockend werdend.