Was kommt heute ins Glas?

In Sichtweite der Torfinsel Islay liegt Jura, eine dünn besiedelte Insel, die besonders viele Hirsche beherbergt. Aber auch hier gibt es eine Destillerie, die sich nach der Insel benannt hat. Vom unabhängigen Abfüller Dun Bheagan kommt heute ein solcher Jura ins Glas, der im Oktober 2002 destilliert wurde und ein ungewöhnliches Finish im Weißweinfass erhalten hat. Insgesamt reifte der Whisky 16 Jahre und das Fass 95181 brachte am Ende 255 Flaschen mit 56,1% hervor. Wer eine Flasche sein eigen nennen möchte, muss dafür etwas über EUR 100,- auf den Tisch legen.

Wie nimmt die Nase den Whisky wahr?

Der Whisky bietet vor allem Vanille- und Karamellnoten, die hier ganz klar die übrigen Elemente in den Hintergrund drängen. Dahinter liegt aber auch noch eine Mischung aus Banane und viel Traubenzucker. Ganz dezent wird etwas feuchtes Holz deutlich, das aber nicht mit Wasser getränkt wurde. Stattdessen kam hierfür ein sehr süßer Traubensaft zum Einsatz.

Welche Aromen kann man schmecken?

Geschmacklich geht es im ersten Moment ganz ähnlich los wie in der Nase. Süße Noten mischen sich mit Banane und Traubenzucker. Relativ schnell kommt dann allerdings eine mir etwas zu stark ausgeprägte Eichennote hinzu, die viel Würze mit ins Spiel bringt. Trotzdem bleiben die fruchtigen Elemente mit Banane und Traube weiterhin erkennbar.

Was bleibt vom Whisky?

Der Abgang fällt relativ lang aus, allerdings macht sich hier der Alkoholgehalt etwas zu stark bemerkbar. Das habe ich bei anderen Fassstärken schon deutlich besser erlebt. Die Eiche kommt ebenfalls wieder durch, während die fruchtigen Aromen dezent im Hintergrund bleiben.

Welches Fazit kann man ziehen?

Die Nase gefällt mir bei diesem Whisky sehr gut mit viel Karamell und Vanille. Ergänzt wird das Ganze dann von fruchtigen Elementen. Schon am Gaumen kommt mir dann aber etwas zu viel Würze durch die Eiche hinzu, die mir persönlich etwas zu ausgeprägt ist. Das zieht sich auch bis in den Abgang durch, bei dem die erfreuliche Süße viel zu stark ins Hintertreffen gerät. Eventuell war das Finish im Weißweinfass ein Versuch, ein weniger gutes Fass zu retten. Vielleicht hat auch das Finish nicht so funktioniert, wie man es sich ursprünglich ausgemalt hat. Mich persönlich hat der Whisky aber leider nicht vollends überzeugt.