Gestern habe ich im Garten die Sonne genossen. Das angenehme Wetter war geradezu prädestiniert für einen frischen und fruchtigen Malt! Meine Wahl fiel auf einen gar nicht mal so jungen Whisky aus der Brennerei Balmenach…

Balmenach?

Man muss ehrlich sagen, dass die Brennerei Balmenach in der schottischen Speyside verhältnismäßig unbekannt ist. Gegen 1824 begann man dort, legal Whisky zu brennen – aktuell auf 3 Wash Stills und 3 Spirit Stills. Eine Originalabfüllung gibt es nicht. Der Output landet zu einem sehr großen Teil im Hankey Bannister, einem Blended Scotch Whisky. Auch bei unabhängigen Abfüllern ist die Destille wenig bis gar nicht vertreten, was schade ist. Ich erinnere mich gern an einen Balmenach (2006-2014) zurück, unabhängig abgefüllt von Gordon & Macphail. Diesen habe ich bereits vor vielen Jahren in einem meiner Videos besprochen: https://www.youtube.com/watch?v=ChkXM-YmTCM

Der Dram zu Sonntag

Gestern goss ich mir einen ordentlichen Dram eines Single Malts eben aus dieser Brennerei ein. Deatils:

  • distilled 09/11/1988
  • bottled 09/09/2015
  • 26 years old
  • Hogshead
  • 52,7 % vol.
  • Signatory Vintage

Tastingnotes

Sehr schwer zu sagen, ob es sich beim Fass #3239 um ein Sherry oder Bourbon Hogshead handelt. 26 Jahre im „einfacheren“ Fass könnte für den dunklen Goldton gesorgt haben. Ebenfalls denkbar ist aber auch ein relativ ausgelaugtes Sherry Hogshead. In der ersten Nase kommt der Alkohol, obwohl die Faßstärke nicht so hoch ist sehr stark durch. Erstaunlich frisch für 26 Jahre, grasige Noten und helle Früchte machen sich bemerkbar. Im Hintergund bildet sich eine zarte Süße ab. Auf der Zunge ähnlich kräftig wie zuvor in der Nase. Der Alkohol trägt die Fruchtigkeit weit nach vorne, reife Birne, Stachelbeeren und Anklänge exotischer Früchte dominieren. Eine angenehme Süße untermalt das Spektakel bis zum Abgang. Dort übernimmt elegante Eiche mit leichter Trockenheit. Nach etwa 20 Minuten und der zweiten Nase wird die Süße greifbarer. Marshmallows und zarte Vanille lassen den Alkohol nahezu vollständig verschwinden. Die Früchte werden greifbarer und satter – nur nice! Geschmacklich spiegelt sich dies einwandfrei wieder. Auch hier ist der Alkohol bei zweitem Zungenkontakt sehr gut eingebunden.

Fazit

Da der Dram recht gross ausfiel, hielt ich mich lange Zeit mit dem Balmenach auf. Schöner, alter Tropfen, der trotz der vielen Jahre immer noch sehr frisch und fruchtig daherkommt. Ich mag Ihn sehr – und würde mir wünschen, weitere Abfüllungen aus dieser Brennerei in der schottischen Speyside auf dem Markt angeboten zu bekommen.

Grüße
Pat