Fakten:

  • Name: Ardmore
  • Abfüllung: Chapter 04.01 – The journey begins
  • Destille: Ardmore
  • Abfüller: 82 Chapters to Newcastle
  • Charakter: Single Cask
  • Region: Islay
  • Destilliert: 13.10.2009
  • Abgefüllt: 24.06.2020
  • Alter: 10 Jahre
  • Alkoholgehalt: 60,4% Vol.
  • Fassnummer: -/-
  • Fassart: Port Cask Finish
  • Flaschenzahl: 179
  • Flaschennummer: 100
  • Inhalt: 0,5l
  • Farbstoff: Nein
  • Kühlgefiltert: Nein

Allgemeines:

Die 82 Chapters to Newcastle sind Hadrian Bromma, sein Vater Bernhard und sein Schwiegervater Burkhard. Seit Jahren haben sie sich Fässer verschiedener Brennereien gesichert und bedingt durch den bevorstehenden Brexit, haben sie angefangen Fässer nach Deutschland zu holen. Dabei kam die Idee auf, sie an verschiedenen Orten zu lagern, mit unterschiedlichen Bedingungen. Getreu dem Motto, einen einmaligen Whisky zu erzeugen hat auch ihr Label eine – zumindest in Deutschland – einmalige Besonderheit: Einen NFC Chip im Label. Kilchoman kam ihnen jedoch leicht zuvor. Über den NFC Leser in jedem Smartphone kommt man über das Label zur Baumspenderurkunde. Hintergrund ist folgender: Die Fässer werden hin- und hergesendet, die Leerflaschen aus Italien bestellt, die Labels in Frankreich angefertigt, usw. Das alles hat eine recht miese Klimabilanz. Daher wird dafür gesorgt, dass für jede Flasche ein Baum gepflanzt wird.

Farbe:

Ist der Ardmore im Glas eingeschenkt, leuchtet er nach außen hinweg, mit einer klaren goldbraunen Farbe. Kürzer gesagt, Bernstein!

Nase:

Das Aromabukett macht in der Nase einen sehr einladenden Eindruck. Kaum eine Schärfe und fast kein Ziehen, stören die Konzentration beim Nosen. Bei der Höhe des Alkoholvolumens mehr als positiv. Der Ardmore drückt sich mit einem dezenten Rauch aus, inhaltlich finden sich darin schwach salzige Noten, begleitet von Spuren kalter Asche. Das Finish gibt es her, dass zu dem Rauch auch süße, zuweilen trockensüße, Noten aus dem Glas kommen. Die stammen zum Teil aus der Obstecke. Schwarzkirschen und Brombeeren fallen hier auf. Vielleicht haben sich da noch ein paar Dörrpflaumen verirrt, vielleicht noch Rosinen. Zwischendurch fallen zusätzlich Vanille und Schokolade auf, die jedoch so schwach sind, dass der Rauch sie wieder ins Glas zurückdrängt.

Geschmack:

Im Antritt ist der Ardmore schon anders, er kommt mit Macht im Mund an. Doch ist der Eindruck da, dass er den Anstand hat, nicht vollster Kraft im Mund zu landen. Lassen wir es mal 2% bis 3% weniger sein. Schwarzer Pfeffer mit Chili-Catch machen diese Kraft aus. Nach dem Abflauen entwickelt sich im gleichen Maße ein Geschmack nach dunklen Früchten, umgeben von dunkler Schokolade. Vanille und süße Eiche kommen im Anschluss dazu. Dabei kommt ein bitterer Einschlag mit, der vielleicht vom Torf kommen könnte.

Abgang:

Die direkt erkannten Geschmacksnoten bauen sich zügig, aber nicht rasant ab. Die dunklen Früchte, das Holz der Eiche und ein wenig mitschwingende Bitterkeit machen das Echo des Ardmore aus.

Schlusswort:

Eines habe ich schon festgestellt, die Abfüllungen der 82 Chapters to Newcastle sind schnell ausverkauft. Wenn Destillen wie Glen Moray, Dailuaine, Glencadam oder Ardmore im Spiel sind, dürfte das kein Wunder sein, einhergehend mit einer Flaschenzahl, die in aller Regel kleiner 200 ist. Nur ein Dailuaine (Chapter 03) kam auf 304 Flaschen. Mein Entschied mir den Chapter 04.01 zuzulegen kam aus dem Bauch heraus und noch dazu ganz schnell. Das war gut so, denn auch dieser ist ausverkauft. Der Hauptgrund, mir diesen Ardmore kaufen, war das Alter von 10 Jahren und das Finish mit dem Port Cask. Ich kann mich an der Stelle immer nur wiederholen, Rauch in Kombi mit einem guten Sherry- oder Weinfass, lassen mein Whiskyherz hüpfen. Bei dem Chapter 04.01 ist beides in der Waage, der Rauch und das Finish. Für mich ist der Rauch so angenehm, dass ich den Ardmore jedem empfehlen würde, der bereit wäre in diese Welt einzusteigen.