Einleitung

Urlaub. Jetzt habe ich die Muße, wieder ein paar Notes für mein Archiv zu schreiben und/oder eben für den Feingeist-Blog. So habe ich mich auf den Balkon unserer Ferienwohnung in Grömitz, unmittelbar in Strandnähe, mit Blick auf die Ostsee, zurück gezogen, um drei Abfüllungen von Duncan Taylor zu verkosten und entsprechende Notes zu schreiben. Folgende Whiskies standen zur Verkostung an:

  • Battlehill Jura 13 Jahre
  • The Octave Glen Moray 2009
  • Dimensions Drumblade Sherry Cask 10 Jahre

Battlehill Jura 13 Jahre

An der Ostsee verweilend gehen meine Gedanken zur Isle of Jura, denn von dort habe ich einen Whisky im Glas. Duncan Taylor hat diesen 13 Jahre alten Jura für die Serie Battlehill abgefüllt. Destilliert wurde er 2005, gebottled 2019. In die Flaschen kam er mit 46% Vol., nachdem er in Oak Casks reifte. Er ist weder gefärbt noch kühlgefiltert. Die Farbe entspricht Gelbgold.
Beim Nosing habe ich einen milden Whisky, welcher mit einer herrlichen Fruchtsüße besticht. Frische Ananas, Aprikosen, Pfirsiche und Orangen nehme ich wahr. Leicht würzige Eiche kommt hinzu.
Im Mund ist er zunächst süß und mild, mit Vanillepudding, wieder Orangen, etwas Eiche und ganz dezent Schokolade. Dann wird er würziger und eine angenehme Pfefferschärfe stellt sich ein, die auch den Nachklang einleitet.
Nachdem die Schärfe abklingt, stellt sich auch hier wieder tropisch-süße Fruchtigkeit ein, die einem auch etwas länger erhalten bleibt.
Fazit: Ein leckerer Whisky, der gerade bei den doch tropischen Temperaturen, die gerade herrschen, zum Genuss einlädt.

The Octave Glen Moray 2009

Während die Möwen in Grömitz ihr Abendkonzert gaben, hatte ich einen 8 jährigen Glen Moray im Glas, der von Duncan Taylor für die Serie „The Octave“ abgefüllt wurde.
Hard Facts:
Speyside
Single Cask
92 Flaschen
Finish im Sherry Octave
Nicht gefärbt
Nicht kühlgefiltert
Farbe entspricht einem Kupferton
Beim Nosing muss ich zunächst an mein chinesisches Stammrestaurant denken, denn dort bekomme ich als Aperitif gerne mal einen Pflaumenwein serviert. Und genau den nehme ich jetzt auch wahr. Vanille kommt hinzu, ebenso etwas Würze und geröstetes Malz.
Im Mund ist dann Vanille Ton angebend, süße dunkle Früchte, wie etwa Beeren, kommen hinzu. Auch hier unterschwellig der Pflaumenwein. Leichte Würze leitet den Nachklang ein, welcher mittellang ist. Kakao und Früchte sind mit von der Partie.
Fazit: Schöner Sherry gefinishter Whisky, bei dem die Sherryaromen nicht überfrachtet sind. Lecker.

Dimensions Drumblade Sherry Cask 10 Jahre

Der Blended Malt Whisky, den ich hier verkosten durfte, stammt von der Ailsa Bay Destillerie, welche auf dem Gelände der Girvan Destillerie gebaut wurde. Wir sind also geographisch in den Lowlands. Dieser Whisky wurde von Duncan Taylor für seine Demensions Serie abgefüllt. In die Flaschen kam er mit 54,6% Vol. Er ist nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Reifen durfte er in einem Sherry Cask. Es ist eine Single Cask Abfüllung, welche im August 2008 destilliert und im Mai 2019, in 420 Flaschen gebottled wurde.
Beim Nosing bin ich sofort bei meinem Lieblingskuchen, den meine Mutter fast in Perfektion im Backofen zaubert. Es ist ein Käsekuchen mit vielen Rosinen, zubereitet mit reichlich Vanillezucker. Dazu wird ein Früchtekompott gereicht. Allmählich wandelt sich der Kuchen zu Crème brûlée mit einer karamellisierten Kruste. Dazu gibt es reichlich eingelegte, mit Zimt abgeschmeckte Früchte.
Die Aromenvielfalt setzt sich im Mund fort. Der Alkohol ist dabei schön eingebunden.
Der Nachklang ist langanhaltend, würzig, leicht fruchtig, mit einem Tick Eiche.
Fazit: Was ein genialer Blend. Ich bin begeistert.

Gesamtfazit

Alle drei Whiskies wussten mich zu überzeugen. Insbesondere der Battlehill Jura, mit seiner angenehmen Trinkstärke, konnte sich als Sommerwhisky empfehlen. Als Freund von „Sherry-„Whiskies ist es keine Überraschung, dass mir auch der Glen Moray, als auch der Drumblade geschmeckt haben. Der Glen Moray hat für mich leicht die Nase vorne.