Am Wochenende habe ich mir mal wieder einen bezahlbaren, gut verfügbaren Standard zur Brust genommen – den Bowmore 10 Jahre Dark & Intense…

Allgemein

1 Liter für 35 Euro. Preislich definitiv attraktiv! 10 Jahre lang reifte dieser Islay-Whisky in einer Mischung aus spanischen Sherryfässern und Hogsheads. Ob letzteres Ex-Bourbonfässer waren? Davon ist auszugehen. Mit 40 Umdrehungen trägt er den Beinamen „Dark & Intense“, was mich schon etwas zum schmunzeln bringt, denn a) ist diese dunkle Farbe fake und b) wird er mit dem Minimum an Alkohol pauschal gesagt sicher nicht intensiv sein. Aber ich lasse mich überraschen.

Aroma

Einmal in meinem Glas bin ich direkt überrascht! Der Bowmore riecht, als würde man die Straße frisch asphaltieren! Nach einiger Zeit switched dieser Teergeruch und erzeugt in mir die Assoziation nach unserem Keller. Zu dem Zeitpunkt, an dem Heizöl angeliefert wird. Na bravo! Was alles andere als lecker klingt, riecht in natura gar nicht mal verkehrt. Allerdings muss man diese Rauchcharakteristik mögen – für Einsteiger ist das sicher nichts. Weiterhin gesellt sich eine schöne Süße hinzu, die mich an Brause erinnert. Im Hintergund eine zarte Frucht, die sich mit etwas Fantasie als Himbeere deuten lässt. In Kombination mit der Brause denke ich an die Ahoi-Tütchen, die ich als Kind genascht habe. Einfach in der Nase, aber durchaus interessant, da er direkt viele Assoziationen in mir auslöst.

Geschmack

Zugegeben, 40 % vol. Alkohol sind nicht viel. Und das spürt man auch auf der Zunge. Etwas wässrig im ersten Antritt, die brausige Süße dominiert. Unterschwellig baut sich der Rauch auf, der im Mund Bowmore-typisch ist mit Anflügen von Leder, leicht trocken-nussig und zarter Frucht.

Abgang

Mittellang, dem Rauch geschuldet, der zu Beginn des Abgangs am stärksten ist, ohne zu dominieren. Hinzu gesellen sich Apfel und Walnuss, die Brause mit Ihrer Süße und Frische hält sich lange.

Fazit

Der Bowmore 10 Jahre Dark & Intense ist ein milder Whisky mit sehr speziellem Rauch – zumindest in der Nase. 46 Umdrehungen würden Ihm sehr gut stehen. Die 40 gehen in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Single Malt Whisky in der Literflasche „nur“ 35 Euro kostet, klar. Süffig, easy going. Kann man mal machen. Wünschenswert wäre bei den Abfüllungen der Brennerei an sich etwas mehr Alkohol. Und das Verzichten auf Farbstoff! Denn etwas lächerlich ist es schon, seinen Whisky als „Dark“ namentlich zu bewerben und im Hintergund schön mit Zuckercouleur panschen…

Euer Pat