Vor kurzem stolperte ich über einen Facebook-Beitrag von David Gran. Pat und David veröffentlichen in regelmäßigen Abständen den Patcast, einen Whiskypodcast. Für den nächsten Podcast konnte man sich vorab zwei Samples bestellen und diese dann während der Ausstrahlung des Podcasts „zusammen“ mit Pat und David verkosten. Als treuer Hörer dieses Podcasts fand ich dies eine wirklich tolle Idee und die zu verkostenden Whiskys klangen auf dem Papier echt top. Also habe ich kurzerhand eine Mail an David geschickt, die Samples bezahlt und kurze Zeit später steckte auch schon ein kleines Päckchen in meinem Briefkasten.

Doch welche Whisk(e)ys hielt ich nun in meinen Händen, die sich Pat und David für den nächsten Podcast ausgesucht hatten? Zum einen fiel die Wahl auf den Waterford Sheestown 1.2, zum anderen auf den GlenAllachie 2008/2020 Cuvee.

Im weiteren Verlauf meines Beitrags möchte ich nun meine Eindrücke zu diesen beiden doch sehr unterschiedlichen Whisk(e)ys mit euch teilen.

Waterford Sheestown 1.2

Pat und David starteten zunächst mit dem Waterford Sheestown 1.2. Nun denn: Sample öffnen und ab ins Glas mit dem Whiskey.

Die Abfüllung

Der Sheestown 1.2 aus der irischen Waterford Destillery ist der Nachfolger des Sheestown Batch 1.1. Der Whiskey reifte exakt 4 Jahre und 9 Tage in einer doch recht spannenden Kombination von American Oak (First Fill Ex-Bourbonfässer), Virgin Oak, französischer Eiche und VDN Fässern. VDN steht für „Vin Doux Naturell“ und ist ein französischer Süßwein. In die Flasche kommt der Whiskey mit satten 50%, ungefiltert und nicht gefärbt. Auf dem Papier klingt die Abfüllung schon mal nicht schlecht.

Was sagt die Nase?

In der Nase habe ich sofort ein starkes Eichenaroma, die Virgin Oak-Fässer machen sich doch recht stark bemerkbar. Diese Eichenfracht muss man mögen, wobei ich sagen muss, dass dieses Aroma immer mehr verfliegt je länger man den Whisky offen stehen lässt. Im Hintergrund liegen Aromen nach Honig, Heu und Wiese. Irgendwo schummeln sich auch noch leichte Weinaromen dazwischen. Ansonsten riecht der Whiskey malzig und vanillig. Alles in allem ein recht junges aber auch harmonisches Aroma.

Was sagt der Mund?

Die 50% lassen den Whiskey im Mund kräftig antreten. Aber auch hier spürt man die frischen Eichenfässer doch sehr stark. Es folgt eine Pfeffrigkeit in Kombination mit Malz, Vanille und Honig. Der Whiskey ist sehr trocken und belegt den gesamten Mundraum mit einem trockenen Gefühl. Alles in allem eine schöne Balance der Aromen.

Was sage ich?

Der Waterford Sheestown 1.2 ist ein junger aber doch wirklich schön ausbalancierter Whiskey. Wer das Aroma von frischer Eiche nicht mag, wird hier vielleicht nicht warm mit werden. Insgesamt ist der Whiskey für sein Alter jedoch zu empfehlen. Einzig der Preis von knapp 70 Euro lässt mich dann doch zurückschrecken. Für den Preis bekommt man „rundere“ Whisk(e)ys mit höherem Alter.

GlenAllachie 2008/2020 Cuvee

Es folgt Whisky Nummer 2 aus dem Hause GlenAllachie.

Die Abfüllung

Dieser Whisky aus der Brennerei GlenAllachie reifte zunächst in amerikanischen Eichenholzfässern und erhielt anschließend sein Finish in Pinot Noir Fässern. Pinot Noir wird häufig als „König der Rotweine“ bezeichnet. Der Malt wird anschließend mit Whisky aus PX-Fässern vermählt. Dies gibt der Abfüllung auch den Beinamen „Cuvee“. Wie bei allen Abfüllungen aus dem Hause GlenAllachie kommt auch dieser Whisky ohne Farbstoff und ungefiltert in die Flasche. Der Alkoholgehalt beläuft sich auf starke 53,9%.

Was sagt die Nase?

Wow! Sehr komplex in der Nase. Die ersten Aromen lassen einen tollen Whisky vermuten. Ein Mix aus süßen und sauren Früchten mit einer tollen Würzigkeit findet den Weg in meine Nase. Am ehesten würde ich dies als eine tolle Kombination aus Frucht und Espressonoten beschreiben. Nach dem ersten Verkosten kommt zu diesen Aromen noch eine tolle Schokoladigkeit hinzu. Die Fassauswahl gefällt mir in der Nase wirklich gut.

Was sagt der Mund?

Das erste Gefühl im Mund ist eine wahnsinnige Süße begleitet von einem kräftigen pfeffrigen Antritt bedingt durch die 53,9%. Der Mundraum wird direkt sehr trocken. Auf die Süße folgt eine schöne Würzigkeit. Was mir bei diesem Whisky sehr gefällt, ist die Tatsache, dass die Süße ganz langsam (step by step) von der Würzigkeit abgelöst wird. Das habe ich bis jetzt nur selten bei einem Whisky erlebt. Insgesamt ist der Whisky schwer im Mund und dabei ein wahrer Gaumenschmeichler.

Was sage ich?

Dieser GlenAllachie ist echt ein Kracher! Passend für die kalte Jahreszeit oder als Weihnachtswhisky ein wahrer Genuss. Die Fassauswahl ist Billy Walker wie immer gelungen. Im Gedächtnis bleibt diese wunderbare Süße, die nur langsam einer tollen Würzigkeit weicht. Diesen GlenAllachie kann ich euch nur empfehlen.

Schlusswort

Jede Folge vom „Patcast“ dem Whiskypodcast ist ein Highlight. Die Idee von Pat und David, den Zuhörern vor der Ausstrahlung die jeweiligen Samples zukommen zu lassen, finde ich genial. Dies macht den ohnehin schon tollen Podcast zu einem noch viel besseren und interaktiveren Podcast.

Ich bin gespannt auf mehr!

Bis dahin.

Bleibt gesund!

Eurer

Tim