Heute habe ich mal einen Rye Whisky aus dem schönen Dänemark im Glas. Genauer gesagt probiere ich heute den „Stauning El Clasico Rye Whisky Vermouth Finish Batch #1“. Dies ist mein erster Whisky aus der gleichnamigen Brennerei Stauning.

Die Abfüllung

Dieser Stauning Rye Whisky reift für eine nicht benannte Zeit in Virgin Oak Fässern und durfte dann in Vermouth-Fässern nachreifen. Auch über die Zeit der Nachreifung finden sich leider keine exakte Zeitangabe. In die Flasche kommt der Whisky mit 45,7%, die Farbe würde ich als „Bernstein“ beschreiben. Der Stauning ist nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt.

Worum handelt es sich bei Vermouth? Vermouth ist ein mit Gewürzen und Kräutern aromatisierter und aufgespriteter Wein, mit einem vorgeschriebenen Alkoholgehalt zwischen 14,4 und 21,9 Volumenprozent Alkohol und unterschiedlich hohem Zuckergehalt.

Die o.g. Daten klingen spannend. Schauen wir mal, was der Stauning so im Glas drauf hat.

Aroma

Okaaaaaaay! Das ist mal etwas komplett anderes. Hätte ich diesen Stauning blind verkostet, so hätte ich im Leben nicht an einen Whisky gedacht. Im Glas macht sich ein extrem kräuteriges Aroma breit, und wenn ich „breit“ sage, dann meine ich auch breit. Dieses Aroma liegt dominant über allen anderen Aromen. Ich würde sagen, das ganze erinnert mich sehr an ein Kräuterbonbon. Dahinter liegt eine nicht näher definierbare Fruchtnote, die auch beim weiteren Verriechen nicht definiert werden kann, da das Kräuteraroma doch sehr präsent bleibt. Der Stauning ist süß und erinnert mich nach einiger Zeit dann doch an einen süßen Kräuterschnaps.

Na, das kann ja was werden im Mund.

Geschmack

Wirklich sehr milder Antritt. Aber auch hier wieder: sehr kräuterig mit einer leichten Würzigkeit. Die Würze kommt von den Virgin Oak Fässern. Die Kräuternote ist auch hier wieder sehr prägnant, vielleicht noch deutlicher als in der Nase. Ich bin wirklich hin- und hergerissen zwischen lecker (süß) und es schüttelt mich (Kräuter). Im Mund kommt mir dann doch sehr die Assoziation nach Hustensaft aus meiner Kindheit.

Im Abgang ist der Stauning mittellang mit einer leichten Fruchtigkeit. Aber auch hier verbleibt die Kräuternote.

Mein Fazit

Tja, was soll ich zu diesem Stauning sagen? Es fällt mir schwer. Der Whisky ist an sich gut gemacht. Die Fruchtigkeit und die Kräuternote sind wirklich gut in den Whisky eingebunden, aber die doch sehr präsente Kräuternote passt für mich nicht in einen Whisky. Es ist ein spannendes Experiment, wenn man auf ausgefallene Fassreifungen steht.

Wenn ihr die Gelegenheit habt mal an ein Sample zu gelangen, versucht es mal. Es ist eine Erfahrung wert.

Bis zum nächsten Mal.

Euer

Tim