Rauchiger Nachmittag mit Rockerfeeling inklusive

Wir haben den ersten warmen und sonnigen Samstag seit langer Zeit. Ich sitze im Garten und es läuft die Bundesliga Konferenz. Doch irgendwie habe ich Lust auf ein bisschen Rockerfeeling. Doch wie bekommt man das entsprechende Feeling, wenn man mit Motorrad fahren null am Hut hat? Man nehme eine Sons of Anarchy Zigarre Black Crown Toro, ein Imperial Stout von Steam Brew und einen Smokehead High Voltage. Nebenbei schmeißt man noch ein paar Spare Ribs in den Smoker. Diese Kombi verspricht sehr viel Rauch, starke und kräftige Aromen und ein Hauch von Testosteron für Freizeitrocker.

Die Sons of Anarchy

Während die Spare Ribs für eineinhab bis zwei Stunden im Rauch baden sollten, bevor sie auf den Grill kommen, hatte ich Zeit für eine gute Zigarre. Es sollte der große Knüppel werden, der nach der Erfolgsserie „Sons of Anarchy“ benannt ist.

Kurz zur Serie (ohne Spoiler): Diese Serie ist meine persönliche Lieblingsserie. Es ist eine actionreiche Serie, die gleichzeitig sehr dramatisch und immer wieder überraschend ist. Sie handelt von dem Sons of Anarchy Motorcycle Club aus der amerikanischen Kleinstadt Charming. Zwar liegt der Fokus der Handlung auf der Hauptrolle Jax Teller, aber dennoch spielen viele Charaktere in dem Club eine große Rolle und haben ihre eigne interessante und wichtige Geschichte. Soviel zu der Serie. Wer sie noch nicht kennt, die sieben Staffeln lohnt es sich zu gucken.

Zurück zu der passenden Zigarre. Optisch ist die Sons of Anarchy definitiv schon imposant. Sie ist 15,24 cm lang und hat einen Durchmesser von 2,14 cm. Zusätzlich schmückt sie eine Banderole mit dem Logo der Sons of Anarchy, dem Sensenmann, den Fans sofort erkennen. Die Zigarre ist gut verarbeitet, sieht aber auch etwas rau aus und nicht ganz glatt, wie manch andere Zigarre. Der Abbrand war gut und gleichmäßig, die Rauchentwicklung war ok, hätte aber noch etwas mehr sein können. Der Zugwiderstand hätte etwas weniger sein können. Die Sons of Anarchy ist sicherlich nicht so stark wie erwartet, aber als mittelstark kann man sie sicherlich beschreiben. Ansonsten passen die Aromen schon zu dem Image. Sie hat holzige und erdige Aromen, sowie Röstaromen, die in eine Kaffeerichtung gehen. Im letzten Drittel wird sie kräftiger und wird spürbar pfeffrig. Preislich liegt sie bei etwas 6,90 EUR und hat damit ein Preis-Leistungs-Verhältnis welches völlig in Ordnung ist.

Ein Bier so dunkel wie die Kutte der Sons

Das Imperial Stout von Steam Brew, ist ein halber Liter Discounter Bier aus der Dose, welches für 0,79 EUR zu bekommen ist. Klingt nach Rockerfeeling, aber erstmal nicht nachdem dem großen Geschmackserlebnis. Der Schein trügt. In dieser Dose schlummert ein absoluter Preis-Leistungs-Sieger.

Das Stout kommt mit kräftigen 7,5% und hat richtig starke Röst- und Kaffeearomen. Wer Stout Bier mag, kommt hier voll au seine Kosten und das für einen unfassbar günstigen Preis. Absolute Empfehlung meinerseits.

Welcher Whisky verkörpert mehr Rockerfeeling als der Smokehead?

Kaum ein Whisky verkörpert soviel Rockerfeeling, wie der Smokehead mit seinem Totenkopf Logo. Er steht für kräftigen Rauch und ordentlichen Wums. Immer wieder sieht man bei Marketing Kampagnen des Abfüllers Motorräder, Tattoos oder ähnliche Bilder, die Rockerfeeling versprühen. Gerade der High Voltage, soll mit seinem hohen Alkoholgehalt und seiner Power, seinem Namen alle Ehre machen.

Die Eckdaten: Abgefüllt von Ian MacLeod, die Brennerei ist nicht bekannt, man weiß nur das der Single Malt von Islay stammt. Er hat 58%, ist gefärbt, aber ohne Kältefiltration. Die Fassbelegung ist mir leider nicht bekannt (vermute aber Großteil Ex-Bourbon und ein geringer Teil Sherry bzw. kurzes Finish).

Aroma: Leichte Süße die in Richtung Karamell geht, salzig, leicht Zitrusnote, gut eingebundener Alkohol aber natürlich etwas spürbar und sehr starker Rauch (erinnert sehr an Kohle).

Geschmack: Im ersten Moment überraschend sanft, etwas Rauch, viel Süße (Karamell), etwas Salz und Zitrus, hinten raus drückt der Alkohol und Rauch massiv, quasi eine Explosion im Mund.

Nachklang: Kurz die Süße, etwas nussig und salzig. Sehr präsent der Rauch und Eiche.

Mehr Rauch geht nicht

Die Zusammenstellung dieser Komponenten passt wunderbar, da sie alle auf ihre Art sehr kräftig sind. Die Zigarre und der Smokehead haben unterschiedliche Raucharomen, während die Zigarre sich gut mit dem Bier durch die Röstaromen verbindet. Die erdigen Noten der Sons of Anachy sind immer wieder eine tolle Ergänzung zu den starken Aromen der Getränke. Ebenso ergänzen die Röst- und Kaffearomen des Stouts herrlich den kohligen Rauch des Smokeheads. Der immer wieder vom Smoker rüber wehnde Rauch macht das „Rocker BBQ“ perfekt.

Never stop Rock ’n‘ Roll

Euer Neandertaler