Heute möchte ich meine Eindrücke zum Ledaig 10 mit euch teilen. Dieser Whisky ist der erste Ledaig, den ich im Glas hatte.

Distillery und Abfüllung

Ihr habt noch nie von einer Brennerei namens Ledaig gehört? Stimmt! Der zehnjährige Ledaig stammt aus der Tobermory Distillery auf der Isle of Mull. Die Tobermory Distillery wurde 1798 gegründet und produziert zwei verschiedene Single Malt Whiskys. Die Whiskys mit dem Namen Tobermory sind nicht rauchig und leicht maritim im Geschmack. Die Ledaig Single Malts sind die stark rauchigen Vertreter der Tobermory Distillery und machen den rauchigen Islay Whiskys starke Konkurrenz. Auch hier soll sich eine maritime Note wiederfinden lassen.

Der zehnjährige Ledaig ist stark rauchig, nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert und kommt mit schönen 46% in die Flasche. Das klingt von den Daten her schon mal nicht schlecht. Schauen wir mal wie sich der Ledaig im Glas macht.

Was sagt die Nase?

Als erstes schlägt mir kalte Asche entgegen. Ich muss sofort an einen abgestandenen Aschenbecher denken. Das ist wirklich mal eine „Drecksau“ in der Nase. Mehr vermag meine Nase am Anfang nicht zu vernehmen. Ich stelle den Whisky also erst mal ein paar Minuten zur Seite und gebe ihm Zeit sich zu entfalten.

Zehn Minuten später versuche ich es ein zweites Mal und siehe da, der Ledaig hat doch noch mehr zu bieten. Hinter der kalten Asche ist der Whisky leicht süß. Mir steigen Aromen nach Vanille und etwas Karamell in die Nase. Der Ledaig ist leicht malzig. Im Hintergrund kann ich noch eine Spur von Nüssen wahrnehmen, ich würde diese Nussigkeit in Richtung Walnüsse schieben. Die beworbene „maritime“ Note habe ich bisher noch nicht wahrgenommen, aber vielleicht ändert sich das noch, nachdem ich den Whisky probiert habe. Insgesamt gefällt mir der Ledaig 10 in der Nase schon recht gut. Die kleine „Drecksau“ kann im Aroma mit den Islay Whiskys schon mal mithalten.

Was sagt der Mund?

Der Ledaig 10 ist schön süß im Mund. Auch hier kommt die starke Torfnote wieder zum Vorschein, die mich auch im Geschmack wieder an einen kalten Aschenbecher erinnert. Nachdem ich den ersten Schluck heruntergeschluckt habe und erneut an dem Glas rieche, kommt mir noch eine andere Assoziation aus meiner Kindheit: Der Ledaig riecht genau so, wie es bei einem Hufschmied riecht, wenn Pferde neue Hufeisen auf die Hufe gebrannt bekommen. Diese kleine „Drecksau“ überrascht mich immer mehr. Insgesamt ist der Ledaig recht trocken. Die Zähne werden belegt und stumpf. Im Geschmack habe ich nun auch die beworbenen maritimen Noten. Ein leicht „salziges“ Aroma kleidet den Mundraum aus.

Im Hintergrund spürt man eine schöne leichte Spritzigkeit, die ich am ehesten in Richtung Zitrone schieben würde.

Was sage ich zum Ledaig 10?

Kurz und knapp: Der Ledaig 10 ist, wie oben schon geschrieben, eine kleine „Drecksau“. Kalte Asche gepaart mit einer schönen Süße und einer dezenten Spritzigkeit.

Wer auf Torfmonster von der Insel Islay steht, der sollte diesem Whisky von der Isle of Mull eine Chance geben. Ihr werdet nicht enttäuscht werden.

Bis zum nächsten Mal.

Euer

Tim