Fakten:

  • Name: Jericho
  • Abfüllung: Classic Selection
  • Destille: Jericho Distillery
  • Abfüller: The Lost Distillery Company
  • Charakter: Blended Malt
  • Region: Central Highlands
  • Destilliert: -/-
  • Abgefüllt: -/-
  • Alter: NAS
  • Alkoholgehalt: 43% Vol.
  • Fassnummer: Sherry Casks
  • Fassart: -/-
  • Flaschenzahl: -/-
  • Flaschennummer: -/-
  • Inhalt: 5cl Miniatur
  • Farbstoff: -/-
  • Kühlgefiltert: -/-

Allgemeines:

Auszüge aus den Info’s zu Jericho

.. Die Jericho Distillery wurde 1822 von William Smith, einem tiefgläubigen Bauern und Bruder eines Predigers aus der nahegelegenen Gemeinde Oyne, gegründet. Die Produktion begann schnell und im November 1824 wurde „Whisky from Jericho Distillery“ in Aberdeen zum Verkauf angeboten. ‚Jericho Distillery Whisky aus der Jericho Distillery ist in Aberdeen nur im Shop von Will zu bekommen. Milne, Broad Street 39.‘

.. Als der Zweite Weltkrieg anbrach, wurde in den alten Malzscheunen von Benachie ein Tanz abgehalten, um eine Hochzeit zu feiern. Ein altes Fass Benachie wurde herausgezogen, wahrscheinlich das letzte noch existierende. Die Hochzeitsgäste tanzten die Nacht durch und leerten dabei das Fass. Es wurde angenommen, dass sie die letzten sein würden, die den köstlichen, Sherry-gereiften Whisky probieren würden, der zuerst Jericho und später Benachie so berühmt machte

Optik:

Zur Farbe des Jericho will mir Goldbraun oder Bernstein einfallen, durch einen besonderen Farbeinschlag im Inneren des Blends, ist mir auch noch Rostbraun eingefallen.

Aroma:

Im Aromabukett wird zur Nase hin ein sehr sherrylastiger Duft transportiert. Jedoch fehlen typische Noten wie Datteln und Feigen. Hauptsächlich erkenne ich Rosinen und frische Weintrauben. Mit großer Scheu trauen sich Röstnoten nach vorne zu kommen, die schön mit den Rosinen und Trauben harmonieren. Wenige rote und dunkle Beerenfrüchte kreuzen den Weg vor meiner Nase. Schwarzkirschen und getrocknete Pflaumen bilden vorerst den Abschluss.

Geschmack:

Mit dem ersten Schluck präsentiert sich der Jericho dem Mund sehr mild. Nasser Holzgeschmack kann ich sehr schnell schmecken. Dann reihen sich dunkle Früchte ein, die den Sherry ins Spiel bringen. Ist der Whisky aus dem Mund verschwunden, gibt es eine Würze, die ein leicht wärmendes Gefühl aufkommen lassen. Nachfolgend erkenne ich drei Geschmäcker auf einmal, Lakritze, getrockneten Pflaumen und altes Leder. Am Ende meldet sich noch einmal Holzgeschmack, da hat das nasse Holz jedoch schon von seiner Nässe deutliches eingebüßt. Man mag eher von feuchtem bis von beinahe trockenem Holz reden.

Abgang:

Aus der vollen Fahrt heraus geht es mit Lakritze, getrockneten Pflaumen und dem zum zweiten Male aufkommenden Holzgeschmack in den mittellangen Abgang hinein.

Schlusswort:

Ich gebe es zu, nach all den Jahren will mir bei dem Jericho jetzt kein Boah einfallen, was wohl darin liegt, dass ich ab 2014 schon einiges an Whiskyabfüllungen verkosten konnte. Das bedeutet aber nicht, dass mir der Jericho nicht mehr gefällt. Sagen wir mal so, von einer 1 ist er bei mir auf eine 1- zurückgerutscht. Das erstaunliche beim Jericho, würde er blind verkostet werden, wäre bestimmt die Antwort auf die Frage nach dem Alkoholvolumen, der muss um die 46% bis 47% haben. Also, er kommt kräftiger rüber als deklariert. Über die Recherche auf der Homepage von The Lost Distillery Company, konnte ich erfahren, dass es zu jeder von den sieben Grundabfüllungen insgesamt 3 Versionen gibt. Da hier die Classic Collection besprochen wurde, gehört eigentlich als direkter Vergleich immer dazu noch die Archivist’s und Vintage Selection querverglichen. Als letzter Satz, der Jericho ist nach wie vor eine gute Abfüllung von TLDC, die bei mir immer noch nicht ganz vom Radar verschwunden ist.