„Up to three times more Single Malt than other standard girly Blended Scotch!“ Dieser Spruch ziert die Steingutflasche des Big Mouth Blend. 35 Euro kosten 500 ml dieses Whiskys – zugegeben, für die Eckdaten nicht günstig. Neugierig war ich dennoch, ob hinter der großen Klappe auch etwas steckt. Viel Spaß beim Lesen!

Eckdaten zum Big Mouth Blended Scotch Whisky

Die Big Mouth Whisky Company füllt Ihr gleichnamiges Produkt in kleinen Batches ab, bestehend aus 50 % Malt Whisky und 50 % Grain Whisky. Diese Information kann man auf der Rückseite des Etiketts lesen. Mit dem Zusatz: Der hohe Malt-Anteil ist der Grund, wieso wir so teuer sind! Syphatisch. 41,2 Umdrehungen hat das „Großmaul“, ist gefärbt und kühlgefiltert. Ich schenke ein.

Farbe und Aroma des Blends

Wie schon erwähnt: Farbstoff ist drin. Daher gebe ich auf die Bernsteinfarbe mit leichtem Rotstich nicht viel. In der Nase verspüre ich sofort eine zarte Sherrynote und trockene Nussnoten. Die Eiche ist sehr aromatisch und erzeugt bei mir tatsächlich eine Assoziation nach Torfrauch. Kann aber auch Einbildung sein. Die Bitterkeit, die ich oft bei Blends habe und die dem Grain-Anteil geschuldet ist, fällt hier sehr marginal aus. Blind hätte ich mich wohl schwer getan, diesen Whisky als Blend zu identifizieren! Die Eiche bekommt über die Zeit einen frischholzigen Touch mit einer zuckrigen Süße und zarten Röstnoten. Effektiv nicht der komplexeste – aber auch nicht der schlechteste. Positiv überrascht bin ich schon. Ab auf die Zunge!

Der Big Mouth auf der Zunge

Geschmacklich fällt der Big Mouth sehr süß und nussig aus. Tatsächlich hat der Torfrauch! Auf der Zunge ist er sehr deutlich, angenehm und mittelstark. Die Röstnoten finden sich wieder, eine leichte Bitterkeit gesellt sich hinzu, die Richtung Abgang durch die Eiche verstärkt wird. Dieser ist nicht sonderlich lang. Angenehm klingt der Torfrauch aus, eine leicht trockene Holzigkeit bleibt zurück.

Fazit zum „Grossmaul“

Optisch finde ich die Flasche mehr als hässlich – ehrlich gesagt. Das Aroma gefällt mir, ebenso der Geschmack. Was den Blend ausmacht ist der hohe Malt-Anteil, der sicherlich prozentual in ehemaligen Sherryfässern reifte. Interessant wird der Big Mouth durch den zarten Torfrauch. Final kann ich ihn als Blend definitiv empfehlen. Allerdings empfinde ich den Preis von 35 Euro für den halben Liter als viel zu teuer. Der Preis passt – würde man mit 70 cl abfüllen.

Schönes Wochenende!
Euer Pat