Speyburn ist eine tolle Brennerei. Optisch definitiv sehenswert, wenn man mal im Städtchen Rothes unterwegs ist. Unweit von Glen Grant gelegen, produziert die Destille seit 1897 Single Malt Whisky. Überwiegend ohne Rauch, selten auch mit Torfrauch.

Heute stelle ich Euch innerhalb dieses Beitrags den 18-jährigen Speyburn vor. Viel Spaß beim Lesen!

Eckdaten und Farbe des Speyburn 18

Der erwachsene Speyside-Malt reifte in einer Mischung aus ehemaligen Bourbon- und Sherryfässern. Was für ein Sherry einst im Fass lag ist nicht bekannt. Was man weiss ist, dass der Speyburn mit 46 % vol Alkohol nicht kühlgefiltert und in natürlicher Farbe, die ich als leicht dunklen Bernstein definieren würde, abgefüllt wurde. Preislich liegt das Fläschen bei etwa 83 bis 90 Euro.

Der 18-jährige in der Nase

Direkt zu Beginn vernimmt das Riechorgan eine sehr tiefe Trauben-Fruchtigkeit, die mit einer dezenten Süße einher geht. Getragen wird das Aroma von einer sehr kompakten Malzigkeit, die meiner Meinung nach typisch für den Stil der Brennerei ist. Der Single Malt an sich ist fein und elegant, der Sherry zart eingebunden. Hier würde ich mich effektiv auf Oloroso-Sherryfässer festlegen, denn von einer markanten Süße und Würze, wie man es beim Pedro Ximenez findet, spüre ich nichts. Die Fruchtigkeit gewinnt die Oberhand, je länger ich an dem Malt rieche. Reife Birnen rundet den Geruch sanft ab. Nach dem ersten Mal probieren addiert sich der Speysider um eine tolle Vanillenote, einen Hauch von Haselnüssen und Aprikosen. Das nenne ich komplex!

Der Speyburn auf der Zunge

Recht intensiv legt der 18-jährige los. Pfeffer ist allgegenwärtig, unterschwellig macht sich eine fette Fruchtsüße breit, die mich an saftige Birnen erinnert. Angenehm kleidet eine zarte Sherrynote den Mundraum aus, ohne dass der Pfeffer seine Intesität verliert. Ja, Aroma und Geschmack unterscheiden sich was die Kraft betrifft. Schmeichelnder Geruch – dann der pfeffrige Dampfhammer auf der Zunge. Aber – gefällt mir!

Abgang und Fazit zum Speyburn 18 Jahre

Doch recht lange verbleibt der Speyburn auf der Zunge, was sicherlich diesem pfeffrigen Impact geschuldet ist. Sanft klingt die Birnenfruchtigkeit und Süße aus. Elegante Eiche geht Hand in Hand mit der markanten Malzigkeit, die ich schon roch. Leicht trocken hinten raus deckt der Speyburn 18 Jahre sehr viel im Bereich der verschiedenen Aromen ab. Hätte er jetzt noch eine Spur Torfrauch – oh mein Gott! Dann hätte ich wohl einen neuen Liebling innerhalb der Speyside. Abgesehen vom fehlenden Rauch bietet der Whisky viel für sein Geld. Hat mir sehr gut gefallen und ist eine Empfehlung meinerseits!

Nachtrag: Nachdem das leere Glas eine halbe Stunde stand, kam tatsächlich diese sehr typische, süß-würzige Note von PX Sherryfässern auf. Möglich, dass hier doch ein gewisser Anteil dieses Fasstyps Verwendung fand.

In diesem Sinne – schönes Wochenende!
Euer Pat