Noch gar nicht lange ist es her, da habe ich den Bud Spencer The Legend aus der deutschen Brennerei St. Kilian hier vorgestellt: Bud Spencer by St. Kilian | Feingeist Spirituosen | Blog für hochwertige Spirituosen (fein-geist.de)

Nun geht die Legende in die Verlängerung – diesmal als rauchige Variante! Gereift in einer Kombination aus ehemaligen Bourbon- und Amaronefässern (wie beim nicht rauchigen Bud), verspricht The Legend diesmal satten Torfrauch! Dieser kommt durch den Einsatz von über Torfrauch gedarrtem Gerstenmalz aus den schottischen Highlands zustande. Preislich liegt die (0,7 Liter) Flasche bei 49,99 € – 10 Euro teurer als der Kollege ohne Rauch. Dafür gibt es aber 3 Volumenprozente mehr Alkohol – sprich 49.

Tastingnotes zum rauchigen Bud Spencer

Farbe: Fahles Stroh. Die Rotweinfässer aus Italien haben keinen wirklichen Einfluss auf die Farbe gehabt. Tatsächlich gibt es was die Farbe betrifft keinen Unterschied zum nicht rauchigen Bud Spencer.

Aroma: Der Torfrauch ist markant und recht kräftig – wird einem Bären von Mann wie Bud Spencer sicher gerecht. Man riecht allerdings, dass es ein junger Whisky ist, denn der Rauch an sich ist wenig oxidiert. Bedeutet, die Rauchigkeit erinnert an erdige Noten – für mich immer ein Indikator für Jugend. Stört hier aber nicht, denn das rauchige Malz fördert einen kräftigen Charakter zutage, der schön mit Fruchtsüße und -säure spielt und eine gewisse Intensität in der Nase entwickelt. Den Amarone oder eine markante Fruchtnote, die durch den Wein gefördert wird, rieche ich nicht. Ein Hauch Schwefel aus diesen Fässern allerdings vernehme ich. Nach einer gewissen Zeit wird die Rauchigkeit sehr aromatisch und tritt in den Vordergrund. Fast schon eine Spur Moschus, die sich da im Glas entwickelt und nach dem ersten probieren in Nelke switcht.

Geschmack: Sehr sauer legt der Bud los, eine zuckrige Süße gesellt sich aber recht schnell hinzu und löst nach einer Zeit die Säure komplett ab. Der Rauch baut sich langsam im Mund auf und hat Richtung Abgang seinen erdigen, leicht aschigen Höhepunkt. Auch hier spüre ich vom Amarone leider wenig bis gar nichts – lediglich die beerige Fruchtsäure könnte auf den italienischen Wein hinweisen.

Abgang: Dieser ist mittellang, mit zart abflachender Karamellsüße und einem Rest Torfrauch, Süße und Säure der Frucht klingen mild aus. Die Jugend des Whiskys (3 Jahre alt) lässt sich allerdings nicht verleugnen, denn eine alkoholische Note, die auf der Zunge unterschwellig die ganze Zeit präsent war, macht sich für mich im Finish am deutlichsten bemerkbar.

Fazit zum rauchigen Bud Spencer „The Legend“

Mein Fazit fällt ähnlich aus wie das zum Buddy ohne Rauch: Für einen 3 Jahre alten Single Malt Whisky gut gemacht. Klar spürt man hier die Jugend in gewisser Art und Weise. Aber mich stört das nicht. Final finde ich den rauchigen Bud gelungen und wünsche mir, dass nicht alle Fässer mit rauchigem Inhalt in diesen Abfüllungen landen, sondern weiter reifen dürfen. Denn je länger ein getorfter Whisky im Fass liegt, umso mehr oxidiert der Rauch und wird an sich komplexer und tiefer. Ich konnte schon unfassbar viele Fässer aus der Brennerei probieren. Ich kenne junge Qualitäten aus Rüdenau in und auswendig und freue mich, wenn der Stoff eines schönen Tages mal richtig alt ist! Bis dahin teste ich weiter das, was es in die Flasche schafft. Empfehlen kann ich den rauchigen Bud Spencer definitiv, nicht nur den Fans des Schauspielers. Denn der Single Malt zeigt mal wieder, was für ein Potential diese deutsche Destille hat! Bud Spencer würde sich über den Tropfen in seinem Glas/ Tasse sicher freuen 🙂

Grüße
Euer Pat