Gestern war in Bayern Feiertag. Diesen nutze ich, um mal wieder eine gute Zigarre zu rauchen. So zumindest die Theorie. Meine Wahl fiel auf die relativ neu erschienene Camacho Nicaragua des Formats Grand Churchill, die mit ihrer Länge von fast 18 cm schon ein Prügel ist. Ambitioniert, die im Winter draussen rauchen zu wollen. Da ich aber in den vergangenen Woche verhältnismäßig selten zum Zigarre rauchen kam, freute ich mich sehr auf einen entspannten Rauch-Nachmittag…

Camacho Nicaragua

Wo Nicaragua drauf steht, ist tatsächlich auch etwas anderes drin! Die Einlage besteht neben dem Land von dem man allgemein beim Sichten der Bauchbinde ausgeht auch aus Tabaken der Dominikanischen Republik und Honduras. Das Umblatt stammt effektiv aus Honduras, das Deckblatt aus Ecuador. Irritiert mich etwas, denn pauschal ging ich eben von einer nicaraguanischen Puro aus. 9,50 Euro hat mich die Zigarre gekostet. Erscheint mir bei diesem großen Format fair. Ich feuere an…

Erster Eindruck zur Gran Churchill

Die Verarbeitung der Zigarre ist auf den ersten Blick gut, der Kaltgeruch verhalten bei zarten Anklängen von Heu und trockenem Holz. Ich schneide die Zigarre klassisch an und setze sie in Gang. Der Zugwiderstand ist optimal, der Abbrand allerdings bei mittelgrauer bis dunkelgrauer Asche verbesserungswürdig. Geschmacklich erinnert mich die Camacho Nicaragua im ersten Drittel total an Lorbeerblätter. Hinzu gesellt sich eine recht markante Bitterkeit, für die ich keine Erklärung habe. Die Zigarre war optimal gelagert, nicht trocken. Je länger ich mich der Gran Churchill hingebe, desto bitterer wird sie. Da bringen auch die angenehmen, unterschwelligen Holznoten nicht.

Die Camacho im zweiten Drittel

Zu Beginn des zweiten Drittels entwickelt die Laurolle eine dermaßen heftige Bitterkeit, dass sie fast unrauchbar für mich wird. In mir entsteht eine Assoziation von frischem Asphalt, der in einem Schwimmbad verlegt wird. Chlor und Teer spielen mit der krassen Bitterkeit. Ich muss die Zigarre weglegen. Eine halbe Stunde später feuerte ich die Camacho erneut an – mit demselben Geschmackserlebnis. Ärgerlich!

Eine weitere Meinung zur Camacho Nicaragua

Ich rauchte die Zigarre nicht alleine sondern in Gesellschaft meines Kumpels, dem ich dieselbe Zigarre mitbrachte. Sein Zugwiderstand war deutlich schlechter als der meine, allerdings hatte er in keinster Weise diese markante Bitterkeit. Er beschrieb die Gran Churchill als mild und holzbetont. Er konnte sie auch problemlos zu Ende rauchen, während meine „halb-erledigt“ im Ascher verharrte.

Fazit zur Camacho Nicaragua Gran Churchill

Scheinbar habe ich einen Blindgänger erwischt. Und das muss ich wohl auch einsehen, denn mein Smoking Buddy konnte meine Meinung zur Camacho Nicaragua nicht teilen. Er war aber auch nicht sonderlich begeistert, was die Zigarre unter’m Strich für ihr Geld bot. Schade.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Camacho? Empfehlungen?

Grüße
Euer Pat