Gestern segnete ein treuer Begleiter das Zeitliche – Aberfeldy 21 Jahre!

Ein alter Highlander

Am Sonntag besuchte ich meinen guten Freund Matthias zuhause, dessen Plan es war, zusammen mit mir einige Flaschen zu leeren. Neben den letzten Gläschen aus vergangenen Hocksheads-Abfüllungen war es nun auch an der Zeit, einen alten Single Malt Whisky aus den schottischen Highlands seiner Bestimmung zuzuführen. Bereits 2015 hatte Matthias den Aberfeldy mit 21 Jahren erworben, damals noch in der wunderschönen Kiste, die mit samtähnlichem Material ausgekleidet war. Damals etwa 70 Euro wurden für die Abfüllung mit 40 % vol. Alkohol aufgerufen…

Die Nase des Aberfeldy 21

Zugegeben – die 40 Umdrehungen machen den Whisky in der Nase schon sehr mild. Die Malts von Aberfeldy gehen im Dewar’s Blend als süße und runde Komponente auf. Und dies merkt man auch bei diesem 21-jährigen. Honig soweit man riecht, angenehme Eiche, die in mir die Assoziation nach Möbelpolitur auslöst. Im Hintergrund lässt sich unterschwellig eine Frucht erahnen, die ich im Aberfeldy mit 12 Jahren als Kiwi deute. Angenehme Gewürze bilden den Kontrast zur Süße. Alles in allem sehr mild, für die 21 Jahre recht simpel gehalten.

Der Highland-Malt auf der Zunge

Einmal im Mund wird einem sofort klar, wieso der Aberfeldy seitens der Genießer doch recht schlecht wegkommt – er ist zu wässrig! Was nützt einem der Porsche mit 400 PS, wenn die Handbremse angezogen ist? Nicht viel! Ich finde den niedrigen Alkoholgehalt bei einem doch durchaus schönen Whisky immer schade, denn der Highlander könnte durch den Alkohol als Träger durchaus komplex sein. Im Wesentlichen spiegelt sich auf der Zunge das Gerochene wider. Nur leider sehr schwach aufgrund der 40 % vol. Alkohol. Dementsprechend kurz ist auch der Abgang, der von leicht trockener Eiche geprägt ist.

Fazit zum Aberfeldy 21 Jahre

Bedenkt man, dass diese ältere Abfüllung in der alten Ausstattung damals etwa 70 Euro kostete und heutzutage das Doppelte (!), wird man beim Leeren des letzten Tropfens schon etwas wehmütig. Der Aberfeldy mit 21 Jahren ist ein milder und süßer Whisky, der sicher nicht zu den komplexesten Vertretern seiner Altersklasse zählt. Für den damaligen Preis aber voll und ganz klar geht. Den doppelten Preis würde ich aber definitiv nicht zahlen. Zumindest nicht mit denselben Eckdaten wie der Vorgänger. Ich behalte diesen Tropfen in guter Erinnerung, denn er hat Matthias und mich die letzten Jahre während schöner Abende treu begleitet.

Euer Pat